Neuigkeiten

Ein Blick zurück

Die 30. Auflage des LSF-Silvesterlaufs steht bevor. Grund genug ein Blick in die Geschichte des Laufs zu werfen. In einer kurzen Serie wollen wir die Chronik ein klein wenig aufarbeiten und starten mit einem Blick auf die Entwicklung der Teilnehmerzahlen. Zu reden wird aber auch über das Wetter, die unterschiedlichen Zeitnahmen, die Kommunikation und das Anmeldeprocedere sein.

Kommunikation – „Ich verstehe kein Wort.“

Die Kommunikation der Helfer und Verantwortlichen bei den Veranstaltungen untereinander ist stets eine große Herausforderung, da teilweise die Distanz zwischen ihnen mehrere Kilometer beträgt. Rufen hilft da nicht. Vorherige Absprachen, was man in einem bestimmten Fall zu veranlassen hat, sind da schon besser.

Vieles wurde in der Vergangenheit ausprobiert. In den ersten Jahren kamen Sprechfunkgeräte mit mittelmäßigem Erfolg zum Einsatz. Manchmal war die Entfernung zu groß, um eine Verbindung zu ermöglichen. Oder das Umfeld war einfach zu laut, sodass der Gerufene das Signal nicht hören konnte.

Beim 11. LSF-Silvesterlauf am 31. Dezember 1999 schienen alle Kommunikationsprobleme mit neuer Technik überwunden zu sein. Erstmals wurden Handys dafür eingesetzt. Die Entfernung spielte nun keine Rolle mehr, was aber blieb, waren die lauten Umgebungsgeräusche, die so manches Rufsignal ins Leere laufen ließen.

Darum ist es auch aktuell so, dass es manchmal nur hilft, die Beine in die Hand zu nehmen und zu der betreffenden Stelle hinzurennen, um das Problem zu lösen oder einen Boten mit der Information loszuschicken.

 

Zeitmessung – „Bitte nicht mehr überholen!“

In den ersten Jahren wurde eine Stoppuhr genutzt, die die von Hand genommenen Zeiten direkt auf einen kleinen Druckstreifen auswarf. Die Startnummern wurden den Teilnehmern abgenommen und in der einlaufenden Reihenfolge auf einen vorbereiteten Spieß, ein Brett mit einem langen Nagel, fixiert. Im Wettkampfbüro fügte man dann Zeit und Startnummern wieder zusammen. Daraus entstand dann die Ergebnisliste. Es gab auch für die Startnummernfolge ein Backup-System. Jemand schrieb die Reihenfolge des Einlaufs im Ziel in vorbereitete Tabellen auf Papier.

Mit den steigenden Starterzahlen war dieses System überfordert und die Auswertungen dauerten zu lange. Darum erhielten die Startnummern zusätzlich einen Barcode, der am Ende des Zielkanals mit einem Barcodescanner eingelesen wurde und die Information direkt an den Computer weitergab. Dieser fügte diese Information mit dem Zeitimpuls zusammen. Im Ziel stand dafür eine Person, die bei jedem Zieleinlauf auf einen Knopf drückte, der ebenfalls mit dem Computer verbunden war. Jeder Knopfdruck gab einen Zeitimplus. Besonders wichtig war es daher, dass dir Reihenfolge im Zielkanal eingehalten wurde, damit der richtige Impuls mit der richtigen Nummer zusammen kam. So wurde der Zielkanal von mehreren Helfern flankiert, die immer wieder riefen: „Bitte nicht mehr überholen!“ Das System war durchaus bei vielen Veranstaltungen üblich, aber leider auch fehleranfällig.

Ab dem 17. LSF-Silvesterlauf am 31. Dezember 2005 wurde dann der ChampionChip eingesetzt. Dies reduzierte deutlich menschliche Fehlerquoten, erübrigte Zielkanäle, brachte einen enormen Zeitgewinn bei der Erstellung der Ergebnislisten und wies jedem Teilnehmer eine Brutto- und Nettozeit zu. Der ChampionChip ist ein Mehrwegtransponder, der am Schuh oder mit Hilfe eines Bandes am Bein in Knöchelnähe getragen wird. Beim Überlaufen der Startmatten, in denen sich Antennen befinden, wird für jeden Teilnehmer die persönliche Zeit gestartet und bei den Zielmatten angehalten. Viele Läuferinnen und Läufer besitzen einen persönlichen ChampionChip, aber auch ganz viele nicht. Diese müssen sich den Chip vor dem Lauf beim Veranstalter leihen, was für beide Seiten eine aufwändige Prozedur ist.

 

Bei 30. LSF-Silvesterlauf wird in diesem Jahr auf einen Einwegtransponder umgestellt. Dieser befindet sich in der Startnummer und das Signal wird ebenfalls über Antennen aufgefangen und an die Computer weitergeleitet. Der große Vorteil ist, dass das Leihen und die Rückgabe entfallen.

 

Die Laufveranstaltung findet bei jedem Wetter statt!

Wir alle kennen den Hinweis: „Die Laufveranstaltung findet bei jedem Wetter statt.“ Ergänzend muss noch hinzugefügt werden: Vorausgesetzt die Sicherheit der Teilnehmer ist nicht gefährdet.

Witterungsbedingte Absagen gab es bislang beim LSF-Silvesterlauf nicht. Manchmal standen die Verantwortlichen kurz davor, konnten aber mit viel, viel Arbeit, Unterstützung durch die Platzwarte und etwas Glück stets eine laufbare Strecke präsentieren.
1993 wurde noch die alte Streckenführung um den Aasee gelaufen. An diesem Silvestertag hatte der Aasee jedoch Hochwasser und die Strecke war teilweise überschwemmt. Kurzerhand fanden die Verantwortlichen eine Ersatzstrecke und zogen ihre Lehren daraus. Sie entwickelten etwas oberhalb des Aasees die neue Streckenführung, die immer noch gelaufen wird.

 Mehrere Male mussten die vielen Helfer gegen Eis, Schnee und überfrierende Nässe kämpfen. So auch 2005: In der Nacht zum Silvestertag (Fotos) hatte es kräftig geschneit, sodass bereits um 4 Uhr in der Nacht die Platzwarte damit begannen, die Strecke vom Schnee zu räumen. Ohne ihr Mitwirken hätte wohl kaum eine Strecke mit einem gefahrlos zu laufenden Untergrund präsentiert werden können. In den Morgenstunden setzte Tauwetter ein und verwandelte die Laufbahn im Stadion im Laufe des Tages in eine Schlammpiste. Den heutigen Tartanbelag und einen befestigten Überweg ins Stadion gab es noch nicht. Dennoch konnten 1.482 Starter verzeichnet werden.

Den Kälterekord gab es beim 8. Silvesterlauf 1996 mit minus 13 Grad als Höchsttemperatur und 20 cm Schnee. Dennoch waren über 900 Teilnehmer in den Ergebnislisten verzeichnet.

Eine ungewöhnliche Absage erwog das Orga-Team für den Silvesterlauf 1999. Mit dem bevorstehenden Wechsel ins neue Jahrtausend war im ganzen Land eine gewisse Hysterie zu spüren und es wurde befürchtet, dass sich kaum einer für einen Silvesterlauf interessieren würde. Der Gedanke wurde von den Verantwortlichen aber schnell verworfen. Fast 1.200 Starter sah man am letzten Tag des Jahrtausends an der Sentruper Höhe. Zudem gab es zwei Streckenrekorde, die noch aktuell Bestand haben. Anne Bruns vom LAV Meppen lief die 5 Kilometer in 16:51 Minuten. Peter Wilson, ein für den TSV Kirchdorf startender Australier, holte sich mit der Zeit von 30:45 Minuten den Streckenrekord über 10 km, den bis dahin kein geringerer als Rüdiger Stenzel hielt. Stenzel war in den 90er Jahren immerhin dreimaliger Deutscher Meister über 1.500 m und vertrat Deutschland bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen.

Bei allen Freiluftveranstaltungen ist das Wetter stets die große Unbekannte. Die Wetterprognosen sind in den letzten Jahren zwar exakter geworden, aber wirklich planbar ist das Wetter nicht. Dennoch wird die Organisation auf bestimmte Wetterszenarien abgestimmt, sodass am Ende Teilnehmer, wie Zuschauer, Helfer und Organisatoren mit einem Lächeln nach Hause gehen können.

Schöne Fotos vom 17. LSF-Silvesterlauf 2001 bei prächtigem Winterwetter findet man /hier/.

Die Teilnehmer

Am 31. Dezember 1989 fiel um 13.15 Uhr der allererste Startschuss für die 5-km-Distanz beim 1. Internationalen Silvesterlauf, wie die Veranstaltung damals noch hieß, in Münster. Die Verantwortlichen unter der Führung von Horst Helmerich, zu dieser Zeit 1. Vorsitzender des Vereins, hatten sich viel vorgenommen, wie man am Titel des Laufes erahnen konnte. Einige Hundert Laufbegeisterte folgten der Einladung, von denen 525 glücklich das Ziel erreichten. Das bestärkte den Verein, dieses Laufangebot am letzten Tag des Jahres fortzuführen. Der Zuspruch gab ihnen Recht. Die Teilnehmerzahlen stiegen in den folgenden Jahren sprunghaft in die Höhe. Bereits bei der 4. Austragung wurde die magische Zahl von 1.000 Anmeldungen erreicht. Die Anmeldezahlen pegelten sich danach bei etwa 1.200 ein. Zu Beginn des neuen Jahrtausends gab es einen erneuten Aufschwung und die Teilnehmerrekorde purzelten von Jahr zu Jahr: 2001 = 1.348; 2002 = 1.684; 2003 = 2.036 und 2004 = 2.057. Dieser Rekord hat noch bis heute Gültigkeit. Addiert man all die Starterzahlen der 29 Austragungen zusammen, kommt man auf die stolze Summe von 38.595. Es könnte demzufolge passieren, dass wir beim Jubiläumslauf am 31. Dezember den 40.000. Starter begrüßen dürfen.


Die Anmeldung für den 30. LSF-Silvesterlauf ist eröffnet!



Eine Neuerung gibt es von nun an. Die Zeitmessung erfolgt mit dem Chronotracksystem, bei dem der Transponder für die Zeitmessung in der Startnummer integriert ist. Damit entfällt für viele Starterinnen und Starter das Procedere des Leihens des ChampionChips. Die Startnummer muss nach dem Lauf nicht zurückgegeben werden.

 

Direkt zur Anmeldung für die Jubiläumsausgabe dieses Laufklassikers geht es /hier/.


Die Veranstaltung wird von unserem Medienpartner unterstützt: